Kraniotomie
Kopffixierung:

 

Um zu verhindern, dass sich der Kopf während der Operation bewegt, muss er starr fixiert werden, ohne die Annäherung zu beeinträchtigen.

Das am weitesten verbreitete System ist der Mayfield-Rahmen, wie auf dem Foto rechts gezeigt.

Dieser Rahmen ist mit 3 Stacheln am Kopf befestigt, die bis zum Knochen reichen, und der Rahmen selbst ist am Operationstisch befestigt.

Mayfield head frame:

 

Der Mayfield-Rahmen ist ein 3-Punkt-Ankersystem. Der gerade Teil mit 2 Punkten kann um seine Achse gekippt und gedreht werden. Sobald die Position ausgewählt wurde, ist sie gesperrt (externes Einstellrad).

Mayfield head frame:

 

Das Bild oben zeigt eine der Spitzen, die sich in den Rahmen graben. Es gibt spezielle Tipps für Kinder mit dünneren Knochen.

Ein federbelasteter Kraftaufnehmer ist Teil dieses Befestigungselements, mit dem die Eindringtiefe in den Knochen gesteuert werden kann.

Kopfhautschnitt:

 

Die Kopfhaut ist sehr vaskularisiert und die Blutstillung ist daher sehr wichtig.

 

Die Gefäße werden zuerst durch bipolare Koagulation koaguliert, dann wird die Kopfhaut durch Clips (Raney) aus Kunststoff oder Metall zusammengedrückt.

Eine alte Alternative zu Clips war die Verwendung mehrerer kleiner Metallclips (Dandy).

Freilegung des Knochens:

 

Der Hautlappen (mit zurückgezogenem Periost) wird in eine feuchte Kompresse gewickelt und durch mit Federn gespannte Haken zurückgezogen. Dies ermöglicht eine bessere Freilegung des Knochens und trägt zur Blutstillung bei.

Knochenöffnung:

 

Ein Trepanloch wird mit einem elektrischen Trepan hergestellt (manchmal mehrere, abhängig vom Ort der Kraniotomie), dann wird der Knochen mit einem Kraniotom ausgehend vom Trepanloch geschnitten.

In der Vergangenheit wurden die Trepanlöcher mit einer Art Kurbelwelle hergestellt und eine Drahtsäge zwischen die Löcher geführt, um den Knochen zu schneiden (Giglis Säge).

Öffnung der Dura:

 

Sobald die knöcherne Öffnung hergestellt ist, wird der knöcherne Lappen von der darunter liegenden Schicht getrennt, die als Dura Mater bezeichnet wird. Diese Dura ist sehr stark und wird eingeschnitten und dann zu einer speziellen feuchten Kompresse (rechts im Bild) zurückgefaltet.

Sobald die Dura zurückgefaltet ist, gibt es eine dünne transparente Schicht, die als Arachnoidea bezeichnet wird. Diese Schicht hält Liquor cerebrospinalis (CSF) zurück.

Öffnung der Kortikalis:

 

Abhängig von der durchgeführten Operation öffnen wir häufig eine Rille, steigen entlang dieser ab und öffnen die letzte Schicht der Meningen (Pia Mater), die am Gehirn haftet, und treten in den Kortex ein.

Gehirnintervention:

 

Es gibt viele Arten von Eingriffen (Resektion eines Tumors, eines Teils des Gehirns, der epileptische Anfälle verursacht, einer Gefäßläsion usw.). Auf dem Foto rechts war es die Resektion eines Tumors namens Glioblastom.

Hämostatische Zeit:

 

Im Schädel muss eine perfekte Blutstillung erreicht werden, da ein mögliches Hämatom nicht entweichen konnte (der Schädel wird geschlossen) und das Gehirn komprimieren würde. Zur Vervollständigung der durch bipolare Koagulation erzielten Blutstillung stehen mehrere hämostatische Produkte zur Verfügung.

Schließen:

 

Der Knochenklappen wird dann ersetzt und durch Titan-Mikrotiterplatten fixiert. Zum Abdecken von Bohrlöchern stehen verschiedene Formen und Sonderanfertigungen zur Verfügung.

In der Vergangenheit wurde der Lappen an starken, nicht resorbierbaren Fäden aufgehängt, und es war wichtig, dass der Knochen abgeschrägt war, um zu verhindern, dass der Lappen im Schädel versinkt.